Schulraumplanung Unter- und Mittelstufe Dorf
Gemeinderat und Schule befassen sich – unter Einbezug der Bevölkerung zu Beginn des Prozesses – intensiv mit der Schulraumplanung für die Unter- und Mittelstufe Dorf.
Schulraumplanung Unter- und Mittelstufe Dorf
Die Gemeinde Schüpfen betreibt strategisch bewusst mehrere Schulstandorte. Neben der Oberstufe ist die Unter- und Mittelstufe Dorf ein zentraler Standort für den Schulbetrieb.
Gemeinderat und Schule haben die Schulraumplanung über mehrere Jahre mit Nutzergruppen, Fachpersonen sowie Vertreterinnen und Vertretern der Bevölkerung und Ortsparteien weiterentwickelt. Das vorliegende Projekt resultiert aus Machbarkeitsstudien, strategischen Grundlagen, einem öffentlichen Planerwahlverfahren und dem Bauprojekt des Generalplanerteams der Trachsel Zeltner Architekten AG aus Wimmis.
An der Gemeindeversammlung am 4. Juni 2025 wurde der Verpflichtungskredit für die Vorprojekt- und Bauprojektphase von 923'000.- inkl. MWST. 81% bewilligt.
Diese Phase ist nun abgeschlossen und der Gemeinderat unterbreitet das ausgearbeitete Projekt am 27. September 2026 den Stimmberechtigten zur Abstimmung an der Urne.
Vorgängig findet am 8. September 2026 um 19.00 Uhr in der Hofmatt ein öffentlicher Informationsanlass statt. Die Projektverantwortlichen stellen das Projekt vor und beantworten Fragen.
Anschliessend wird ein Apéro serviert.
Ausgangslage und Handlungsbedarf
Die heutige Schulanlage der Unter- und Mittelstufe genügt den baulichen, betrieblichen und pädagogischen Anforderungen gemäss Lehrplan 21 nur bedingt. Insbesondere das Sandsteingebäude und der Mitteltrakt weisen einen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Sie erfüllen die heutigen Vorgaben an Brandschutz, Hindernisfreiheit und Erdbebensicherheit sowie die Anforderungen an einen zeitgemässen Schulbetrieb nicht mehr und müssen entsprechend baulich ertüchtigt werden.
Die Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2019 zeigte, dass allein für die Sanierung der bestehenden Gebäude rund CHF 5 Mio. aufgewendet werden müssten. Damit würden die Gebäude zwar baulich instand gestellt, erfüllten aber weiterhin nicht die Anforderungen des Lehrplans 21 und an den zusätzlichen Raumbedarf.
Beim Sandsteingebäude (Baujahr 1875) und beim Mitteltrakt (Baujahr 1958) stehen insbesondere Brandschutz, Hindernisfreiheit, Erdbebensicherheit und Gebäudetechnik im Vordergrund. Diese Themen sind für eine sichere, gesetzeskonforme und langfristig nutzbare Schulanlage zentral. Um heutige Standards zu erfüllen, ist eine umfassende und nachhaltige Modernisierung nötig. Instandsetzungen und Mängelbeseitigungen genügen nicht, um die Gebäude zukunftsfähig aufzustellen.
Der Kindergarten 1 (Bärenhöhle, Baujahr 1976) weist statische Mängel sowie Risse im Mauerwerk auf und ist sanierungsbedürftig. Die Betriebssicherheit ist gewährleistet. Eine Sanierung wäre mit grossem Aufwand verbunden und würde die heutigen betrieblichen, pädagogischen und räumlichen Anforderungen nicht erfüllen. Ein Ersatz ist deshalb langfristig wirtschaftlicher und nachhaltiger.
Der Kindergarten 2 (Katzenhaus, Baujahr 1987) wurde im Rahmen der Projektbearbeitung in Bezug auf seinen Zustand überprüft und als weiterhin funktionstüchtig sowie in gutem Zustand beurteilt. Eine umfassende Sanierung ist deshalb zurzeit nicht erforderlich. Notwendige Unterhalts- und Instandhaltungsarbeiten werden weiterhin über den ordentlichen Gebäudeunterhalt ausgeführt. Diese Arbeiten sind nicht Bestandteil des vorliegenden Projekts.
Der Werkpavillon (Baujahr 1986) wurde damals als Provisorium erstellt und ist bis heute in Betrieb, obwohl seine Lebensdauer längst erreicht ist. Er entspricht weder energetisch, baulich noch betrieblich den Anforderungen an einen zeitgemässen Schulbetrieb. Weiter wurde im Rahmen der Projektarbeit festgestellt, dass im Gebäude grössere Mengen an Schadstoffen vorhanden sind. Im laufenden Betrieb bestehen aktuell keine unmittelbaren gesundheitlichen Risiken. Bei künftigen Unterhalts- oder Umbauarbeiten können jedoch aufwendige und kostenintensive Massnahmen erforderlich werden.
Pädagogische und betriebliche Ausgangslage
Die Anforderungen an den Unterricht haben sich verändert. Neben klassischen Klassenzimmern braucht es heute Gruppenräume und flexible Lernbereiche für die Schülerinnen und Schüler sowie geeignete Arbeitsplätze für die Lehrpersonen. Unterricht findet längst nicht mehr nur als Lektion im Klassenzimmer statt. Schülerinnen und Schüler brauchen unterschiedliche Lerngelegenheiten, damit sie in ganzen Klassen, in Kleingruppen und teilweise einzeln effizient lernen können. So können Kinder mit unterschiedlichen Bedürfnissen besser in den Unterricht integriert werden.
Lehrpersonen benötigen Raum für Vor- und Nachbereitung, Teamarbeit, Förderplanung, Elterngespräche und administrative Aufgaben. Solche Arbeitsplätze tragen wesentlich zur Unterrichtsqualität, zur Zusammenarbeit im Schulteam und zu einer zeitgemässen Umsetzung des Lehrplans 21 bei.
Die Schule nutzt die bestehenden Räume heute bereits bestmöglich. Zusätzliche Anforderungen lassen sich mit der heutigen Raumstruktur jedoch nicht mehr sinnvoll abdecken. Auch die noch junge Tagesschule ist in den letzten Jahren stark gewachsen, und der Klassenraum im Sandsteingebäude ist dafür zu klein und nicht erweiterbar.
Das Projekt schafft hier Abhilfe: Es bietet geeignete Räume mit einer Gesamtfläche von rund 310 m², ausgelegt auf 75 Kinder, und ermöglicht zugleich eine Nutzung ausserhalb der Schulzeiten durch Dritte.
Schülerzahlen und langfristige Planung
Die aktuelle Planung zeigt, dass die geplanten Kapazitäten der Schulanlage auch langfristig benötigt werden. Bis im Jahr 2035 wird von stabilen Schülerzahlen ausgegangen. Gemäss der Abteilung Bildung stabilisieren sich die Schülerzahlen, Stand heute, bei rund 420 Schülerinnen und Schülern sowie 23 Klassen. Der Raumbedarf ist auf eine konstante schulische Nutzung ausgerichtet.
Auch die Tagesschule hat sich zu einem wichtigen und festen Bestandteil des Schul- und Familienergänzungsangebots entwickelt. Aktuell nutzen rund 80 Kinder das Tagesschulangebot, mit steigender Tendenz. Der Bedarf an geeigneten Betreuungs-, Aufenthalts- und Verpflegungsräumen ist klar ausgewiesen und kann mit den heutigen Raumverhältnissen nur ungenügend abgedeckt werden.
Die Geburtenzahlen sowie das Verhältnis zwischen den Familien, die in unsere Gemeinde zuziehen, und jenen, die wegziehen, bestätigen eine stabile Schülerzahl für die kommenden Jahre. Ein erheblicher Rückgang oder Zunahme der Schülerzahlen wird daher als sehr unwahrscheinlich beurteilt.

Die Investition in den Schulraum stützt sich somit auf eine belegbare Entwicklung und schafft die notwendigen räumlichen Voraussetzungen, um Schule und Tagesschule auch in den kommenden Jahren zweckmässig, sicher und pädagogisch zeitgemäss betreiben zu können.
Nutzen der Schulraumplanung Unter- und Mittelstufe Dorf
- Verbesserung der Bedingungen für einen zeitgemässen Unterricht
- Erfüllung der Anforderungen in den Bereichen Brandschutz und hindernisfreies Bauen
- Schaffung von Räumen für individuelles Lernen und Gruppenarbeiten
- Erleichterung der Personalrekrutierung (Lehrkräftemangel)
- Erhaltung der Bausubstanz wo sinnvoll und gezielte Aufwertung
- Generierung von multifunktionalen Räumen z. B. bei der Tagesschule
Der Projektumfang für die Unter- und Mittelstufe Dorf umfasst neben Sanierungsmassnahmen auch folgenden zusätzlichen Flächenbedarf:
- Ein zusätzliches Klassenzimmer für die 4. – 6. Klasse (80 m²)
- Eine Erweiterung der Gruppenräume für die Unter- und Mittelstufe (150 m²)
- Eine Erweiterung der Tagesschule (230 m²)
- Zusätzliche Arbeitsplätze für Lehrpersonen (80 m²)
Insgesamt ergibt sich daraus ein Mehrbedarf von 540 m² Hauptnutzfläche
Fazit
Das Projekt ist jetzt notwendig, um die Schulanlage Schüpfen bedarfsgerecht zu erneuern und langfristig einen sicheren, hindernisfreien und zeitgemässen Schulbetrieb zu gewährleisten. Die einzelnen Massnahmen werden dabei als zusammenhängendes Gesamtprojekt betrachtet und aufeinander abgestimmt umgesetzt.
Was sind die Folgen bei einer Ablehnung?
Die bestehenden baulichen, betrieblichen und pädagogischen Defizite würden nicht behoben. Der Gemeinderat wäre weiterhin gezwungen, auf Schäden, Mängel und betriebliche Engpässe kurzfristig zu reagieren.
Die Anforderungen an Brandschutz, Hindernisfreiheit und Erdbebensicherheit müssten rasch möglichst angegangen werden, weil der Gemeinderat in der Sorgfaltspflicht steht und bei einem Schaden haftbar gemacht werden kann. Wenn keine Gesamtlösung umgesetzt würde, müssten die erforderlichen Massnahmen einzeln an die Urne gebracht werden.
Eine Ablehnung wäre aus baulicher, betrieblicher, finanzieller und pädagogischer Sicht nachteilig. Sie würde notwendige Investitionen nicht verhindern, sondern verzögern, verteuern und erschweren.
Bisherige Arbeiten
• 2019: Die Gemeinde Schüpfen benötigt zusätzlichen Schulraum. Zudem liegen bei bestehenden Bauten bauliche und betriebliche Defizite vor, dies erkannte der Gemeinderat. Zur Ermittlung konkreter Handlungsmöglichkeiten wurde eine Machbarkeitsstudie (SIA-Phase 1) in Auftrag gegeben.
• 2020: Die erste Machbarkeitsstudie wurde per Februar 2020 von einem Architekturbüro erstellt. Anschliessend fand unter erschwerten Bedingungen (Corona Pandemie) eine Aufarbeitung dieser Studie statt.
• 2022: Im Mai fand ein Informations- und Mitwirkungsanlass und im August ein Workshop mit der Bevölkerung statt. Daraus leitete der Gemeinderat strategische Anforderungen für künftigen Schulraum ab und beauftragte die Überarbeitung der Machbarkeitsstudie von 2019/2020 (SIA-Phase 1), um auf veränderte Anforderungen – insbesondere den gestiegenen Raumbedarf aufgrund wachsender Schülerzahlen in der Tagesschule – zu reagieren.
• 2023: Die überarbeitete Machbarkeitsstudie liegt im Dezember vor. Sie enthält eine sogenannte Bestvariante mit geschätzten Gesamtkosten von CHF 14,7 Mio., inklusive des damals zu prüfenden Kita-Anteils.
• Frühjahr 2024: Der Gemeinderat setzte zur Weiterentwicklung des Projekts einen Steuerungsausschuss Schulraumplanung ein. Gleichzeitig wurde die ursprüngliche Kostenschätzung von CHF 14,7 Mio. als zu hoch beurteilt. Der Steuerungsausschuss erhielt den Auftrag, kostengünstigere Varianten zu prüfen, die den pädagogischen und betrieblichen Anforderungen weiterhin entsprechen.
• Zieldefinition: Der Steuerungsausschuss und der Gemeinderat haben ein Kostenziel von CHF 10 Mio. festgelegt, exkl. Kosten für Schadstoff- und Erdbebensanierungen. Einsparungen wurden vor allem durch die Rücksichtnahme auf die vorhandene Bausubstanz, eine angepasste Raumaufteilung und die Mehrfachnutzung von Räumen erzielt. Zudem wird die Kita nicht mehr in die Schulraumplanung integriert, was zu einer Kostenreduktion in diesem Projekt von etwa CHF 900'000.00 geführt hat.
• Juni 2024: Aufgrund der voraussichtlichen Projektkosten wurde ein öffentliches, zweistufiges Planerwahlverfahren nach Submissionsrecht beschlossen (SIA-Phase 2). Die Techdata AG Bern wurde mit der Begleitung beauftragt.
• Oktober 2024: Die Ausschreibungsunterlagen wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Steuerungsausschuss erstellt und auf simap.ch publiziert. Ziel ist die Auswahl eines Generalplanungsbüros, das die Verantwortung vom Vorprojekt bis zur Bauabnahme übernimmt.
• Januar 2025: Die erste Phase des Verfahrens wurde abgeschlossen. Dabei wurden fünf qualifizierte Planerteams für die zweite Phase ausgewählt.
• Bis April 2025: Die ausgewählten Planerteams entwickelten erste Lösungsvorschläge, skizzierten ihre Ideen zur Raumgestaltung und reichten entsprechende Kostenschätzungen ein – unter Berücksichtigung des definierten Kostenziels von CHF 10 Mio.
• Mai 2025: Jurierung Planerwahlverfahren und Wahl des Generalplaner Team Trachsel Zeltner AG.
• Juni 2026: Genehmigung an der Gemeindeversammlung des Projektkredits Vor- und Bauprojekt inkl. aller bisherigen Kosten in der Höhe von CHF 923’000.- inkl. MWST 8.1%.
• Bis April 2026: Ausarbeitung des Vor- und Bauprojekt, SIA-Phase 31 und 32
• Juni 2026: Genehmigung des Bauprojekts mit Kosten Total 11.79 Mio. inkl. MWST 8.1% und Beschluss für Urnenabstimmung über das Projekt am 27.09.2026




















